Innovation in NRW

NRW war ja mal das Land der Kumpel, der Kohleförderung und der Schwerindustrie. Im Zuge des Zechesterbens in den 80-er und frühen 90-er Jahren mußte man sich in diesem Bundesland, dem einstigem Motor des nachkriegsdeutschen Wirtschaftswunders, Gedanken machen, wie es jetzt weitergehen sollte im Pott. Man kam auf den Gedanken, NRW zu einem Clusterstandort für innovative Forschung, excellente Hochschulen und neuartige Medientechnologien machen zu wollen. Nun gibt es ein Projekt, das ein Paradebeispiel für diese mittlerweile erfolgte Neuausrichtung ist. Ein Projekt, mit dem man die digitale Transformation in der Druckbranche massiv vorantreiben will.

Der vielzitierte neue Standard Industrie 4.0 wurde in der Druckbranche bisher ja hauptsächlich auf neuartige WorkFlows in der Produktion bezogen. Das neu vorgestellte Projekt namens BigContentData konzentriert sich aber nun auf innovative Prozesse und Ergebnisse bei Dienstleistungen und Geschäftsmodellen. Dazu wird ein sog. CoWorking Lab mit zwei Standorten im Land installiert sowie eine interaktive Onlineplattform entwickelt. Hier sollen teilnehmende Unternehmen der Druckbranche nun gemeinsam mit Wissenschaftlern der Uni Wuppertal neue Dienstleistungen entwickeln können. Initiiert und umgesetzt wird das alles in Zusammenarbeit des Verbands Druck & Medien, dem regionalen Ableger des Unternehmerverbands der Druckindustrie, mit dem Institut für Systemforschung in der Informations-, Kommunikations- und Medientechnologie (kurz SIKoM) der Bergischen Universität Wuppertal. Finanziert wird es durch Gelder aus den Fördertöpfen der EU und des Landes Nordrhein-Westfalen.

Die Unternehmen und Wissenschaftler erhalten im CoWorking Lab ein interdisziplinäres Umfeld zum Netzwerken, Informieren und Weiterbilden sowie effiziente Möglichkeiten zur Professionalisierung neuentwickelter Lösungen. Außerdem werden in der Zusammenarbeit von Wissenschaftlern und Druckunternehmen gemeinsam Veranstaltungen, Seminare und Weiterbildungsangebote zu den Themenfeldern Data Analytics, Künstliche Intelligenz, Maschinelles Lernen und Data-Mining entwickelt und angeboten. Man hofft, damit einen Schnellballeffekt zu erzielen, bei dem sich sukzessive immer mehr kleine und mittelständische Unternehmen der Druckbranche für diese Themen interessieren und öffnen. Das erste CoWorking Lab wurde am 25.02.2021 eröffnet und der Öffentlichkeit vorgestellt, ist also noch recht jung, und man kann gespannt sein, wo die Reise jetzt hingeht in Sachen digitale Transformation der Druckindustrie, und welche neuen Projekte entstehen. Wie sagt man in Bayern – schau’n mer mal.

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